Historie Schmidt Motorsport | sms

Am Anfang standen eine Drei-Mann-Werkstatt in Nürnberg und der feste Wille, Qualitätsprodukte für den Rallyesport zu entwickeln. Das war im Jahr 1976. Die Voraussetzungen und der Ansatz passten zusammen, die ersten Erfolge ließen nicht lange auf sich warten. Schon bald wurde Schmidt Fahrzeugtechnik zur Schmidt Motorsport GmbH, kurz sms. Umfangreiche Aufträge von Volkswagen sowie Audi brachten in der Folge räumliche und personelle Kapazitätserweiterungen mit sich. In Cadolzburg wurde ein neues Gebäude geplant und errichtet – ein Meilenstein und bis heute Sitz des Unternehmens.

Seit 1977 stand der Rallyesport im Zentrum der Motorsportaktivitäten von Schmidt Motorsport. Bei den bekanntesten Rallyes der Welt wurden Fahrzeuge in den höchsten Klassen eingesetzt, pilotiert von internationalen Superstars wie Walter Röhrl, Michèle Mouton, Björn Waldegaard oder Ari Vatanen.

Unvergessen sind die Zeiten zu Beginn der 1980er Jahre. Als amtierende Weltmeister (1980 mit Fiat) starteten Walter Röhrl/Christian Geistdörfer 1981 im von Schmidt Motorsport eingesetzten Porsche 924 Carrera GTS (Monnet Porsche) in der deutschen Rallyemeisterschaft. Resultate: Platz 2 bei der Premiere (Metz-Rallye) und vier Siege.

In den folgenden Jahren wurde im Team der sms die Geschichte des erfolgreichsten Audi quattro im Rallyesport geschrieben. Das Fahrzeug mit der internen Bezeichnung „R23“ holte mit verschiedenen Fahrerduos 19 Gesamtsiege bei 31 Starts. Zwei deutsche Meistertitel sicherte sich Harald Demuth 1982 und 1984 im quattro mit dem Spitznamen „Christine“.

1986 wagte die sms parallel zu Einsätzen mit Audi ein neues Abenteuer. Mit dem MG Metro 6R4 engagierte sich die Mannschaft in der legendären Gruppe B, in der die wohl spektakulärsten Rallyefahrzeuge aller Zeiten über die Pisten flogen. Marc Duez und Per Eklund bestritten Rallyes in der belgischen Meisterschaft sowie ausgewählte Läufe in der Rallye-Europa- und Weltmeisterschaft.

Nach dem Ende der Gruppe B ging es in heimischen Gefilden erfolgreich weiter. Mit Armin Schwarz startete sms in der deutschen Rallyemeisterschaft. Der Franke holte 1987 und 1988 den Titel.

Zu Beginn der 1990er Jahre wechselte Schmidt Motorsport die Disziplin und stellte seine Qualitäten auf der Rundstreckeunter Beweis. Als offizielles Audi-Werksteam startete sms mit dem Audi V8 quattro in der Deutschen Tourenwagen Meisterschaft (DTM) und gewann mit Hans-Joachim Stuck direkt im Debütjahr den Titel. Im darauffolgenden Jahr erreichte „Strietzel“ Stuck vier weitere Laufsiege und den dritten Platz in der Gesamtwertung.

Im Februar 1992 bekam sms von der Volkswagen AG den Auftrag, ein international wettbewerbsfähiges Rallyefahrzeug zu entwickeln. Das Ergebnis dieses Projekts ist bis heute legendär: der „A59“ auf Basis des VW Golf, ein Rallyeauto mit Allradantrieb und einem 400 PS starken Turbomotor. Das Fahrzeug wurde zwar fertig entwickelt, kam jedoch nie im Sport zum Einsatz.

Parallel zum Entwicklungsprojekt des A59 kehrte Schmidt Motorsport 1993 auf die Rallyestrecken der Welt zurück. Mit einem Audi S2 Coupé und dem erfahrenen Team Sepp Haider/Klaus Wendel wurden drei Läufe zur Rallye Weltmeisterschaft bestritten. Die Ergebnisse konnten sich mehr als sehen lassen: Platz 7 in Schweden und Platz 5 in Australien waren ein voller Erfolg im Feld der Werksteams von Ford, Lancia, Subaru und Toyota.

Die Saison 1994 wurde von zwei Motorsportprojekten geprägt. Zum einen wurde mit der Simtek Grand Prix Ltd. ausEngland eine Vereinbarung über die gemeinsame Beteiligung an der Formel 1 getroffen, der Schmetterling zierte die Nase des Simtek S941. Zum anderen standen Einsätze in der Rallye Weltmeisterschaft mit zwei Ford Escort RS Cosworth undden Teams Ari Vatanen/Fabrizia Pons und Raimund Baumschlager/Manfred Hiemer auf dem Programm. Vatanen/Pons landeten bei der Akropolis Rallye in Griechenland sowie bei der RAC Rallye in Großbritannien jeweils auf Platz 5.

In den Jahren 1995 und 1996 lag das Hauptaugenmerk auf der Rallye Europameisterschaft mit dem Team Marc Duez/Daniele Grataloup sowie der österreichischen Rallyemeisterschaft mit dem Team Kris Rosenberger/Siggi Schwarz mit einem Ford Escort Cosworth.

Ab 1996 entwickelte die sms den Opel Vectra STW im Auftrag von Opel Motorsport und setzte diesen in den Jahren 1997 und 1998 als offizielles Opel Werksteam im Deutschen Super-Tourenwagen-Cup ein. Die Piloten Manuel Reuter und Eric Hélary fuhren insgesamt vier Laufsiege ein und landeten 1998 im Gesamtklassement auf den Rängen 4 und 5, außerdem gewann Opel die Markenmeisterschaft.

Nach dem Engagement mit Opel zog sich die sms engineering GmbH schrittweise aus dem Geschäftsfeld des aktiven Motorsports als Einsatzteam zurück und konzentrierte sich fortan hauptsächlich auf Entwicklungs- und Fertigungsaufträge für die Automobilindustrie sowie ganz neue Sparten.

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